Neues Jahr, neue Wege

Ein neues Jahr hat begonnen, wieder einmal, für uns wird es ein weiteres spannendes… Es gibt so vieles zu berichten, doch der Reihe nach…

Seit dem Frühjahr 1998 spielen wir also zusammen. So haben wir zumindest versucht, uns zu erinnern, denn da stehen in unseren Kalendern die ersten Probentermine. Eigentlich wäre da ja ein Jubiläumskonzert an der Reihe, so dachten wir. Allerdings stellten wir fest, das doch noch einige Zeit verging bis zu unserem ersten wirklichen Konzert, welches doch erst am 28.1.2001 in Löbau stattfand. Es war nicht so, dass wir bis dahin nicht gemeinsam auftraten, aber es waren eher kleine Anlässe, wir probierten viel aus, waren auf Namenssuche, arrangierten viele Noten für uns und vor allem waren wir ziemlich mit Hauptjob und Privatleben beschäftigt. Susanne Krumpfer war zu zwei längeren Auslandsaufenthalten unterwegs in Wien und London, während dieser Zeit pausierte sie im Orchester, wir lernten unsere Partner kennen, ich begann, zwischen Leipzig und Dresden hin und her zu pendeln, heiratete schließlich und als wir das erste Konzert spielten, standen wir eigentlich zu dritt auf der Bühne (meine Große war noch fast unsichtbar). Unser erstes Duo-Leggieramente-Konzert sollte schon im November 2001 sein und es fand auch statt, aber leider ohne mich, stattdessen mit einer mich vertretenden Flötistin, weil ich aus einer dienstlichen Konzertreise nicht herauskam. Tja, so ist das Leben und weil wir uns damals so viel Zeit ließen, soll es nun beim Jubiläumskonzert nicht anders sein… ich muss sehr schmunzeln an dieser Stelle…

Warum wir es diesmal wieder so machen bzw. so machen müssen? Ganz einfach, neue Wege… Susanne Krumpfer unterrichtet seit einem Jahr an zwei Grundschulen Musik und das Lehrerkollegium einer kleinen Grundschule trat mit der Frage an sie heran, ob sie sich vorstellen könnte, auch als Klassenleiterin mit allem drum und dran anzufangen (natürlich mit einem berufsbegleitenden Studium). Da ihr das Unterrichten ausgesprochen liegt (schon bei unseren Schulkonzerten trat ihr „Lehrertalent“ hervor) sagte sie zu. Auch andere Gründe führten zu dieser Entscheidung (es ist rein körperlich nicht leicht, ein Leben lang Harfe zu spielen). Tja, da die Zeit neben Studium, Beruf und Schulkonzerten wohl eher knapp sein wird, haben wir uns entschieden, unsere gemeinsame Konzerttätigkeit auf ein paar sehr kleine Aktionen zu beschränken und so müssen Sie sich leider noch etwas gedulden bis zu unserem 20jährigen Jubiläumskonzert, aber versprochen, wir denken uns da etwas Schönes aus… wir planen nun von vornherein mit Januar 2021 und fangen schon mal an…

Unsere Schulkonzertkontakte werden wir aber weiter pflegen, es ist allerdings auch da schon jetzt abzusehen, dass wir nicht alle Termine zu zweit wahrnehmen können. Wir möchten aber gerade diesen Zweig unseres Engagements keinesfalls einschränken und standen nun vor der Frage: „Wie lösen wir das Zeitproblem?“…

Hier am Rande noch etwas, was wir aus dem alten Jahr noch nachholen müssen: Im November bekam ich auf Twitter eine Antwort auf einen Tweet, @Modelamong sagte:

Ich erzählte davon auf der Probe und wir mussten beide schmunzeln, wussten wir doch, welche Wege wir demnächst eventuell gehen werden, also antwortete ich zunächst:

Nun, jetzt soll endlich eine Antwort folgen: Es ist doch so, dass unsere Schulkonzerte immer als Ergänzung zum Schulunterricht zu sehen sind. Wir ergänzen den Unterricht, aber wir unterrichten nicht. Wir erzählen von Musik und hoffen, dass wir so spannend erzählen, dass die Kinder etwas davon mitnehmen. Sehr ins Detail können wir dabei nicht gehen und wir fragen hinterher ja auch nichts ab (mal abgesehen von der Schnipseljagd, wo wir uns hinterher bei der Schnipselsuche anhand der Fragen zum Konzertinhalt vergewissern, ob die Kinder etwas behalten haben). Es ist also entweder ein zusammenfassendes oder ein vorbeitendes Konzert (je nachdem, ob die Kinder den Stoff schon vorher hatten oder erst damit beginnen, wir erfragen das auch wenn möglich vorher in den Schulen). Ich selbst sehe mich also nur als „Erzählerin“, Susanne Krumpfer wird da demnächst (und ist ja auch schon) ganz anders eintauchen. Als Lehrerin habe ich mich nie verstanden, ich kann das vielleicht gar nicht, ich könnte in einer Schule nie Noten auf Musik vergeben, sehe immer den Menschen, der Musik genießt oder macht, sich vielleicht damit abmüht oder auch erst abgeholt werden muss und dabei sind wir auch wieder bei der Rolle, wie man sich als Musiker versteht. Für mich steht immer das im Mittelpunkt, was Musik mit mir und mit anderen macht und das möchte ich mit anderen teilen. Wenn ich Kinder im Einzel(Gruppen)Instrumentalunterricht habe, ist das etwas ganz anderes als wenn ich vor einer Klasse stehe. Die Flötenkinder kommen jede(r) mit anderen Wünschen und Zielen und diese helfe ich zu verwirklichen (da braucht es unter Umständen auch mal Bewertungen für die Ambitionierten). Aber im Schulunterricht sehe ich mich auf einer ganz anderen Seite als die Lehrer. Ich möchte dort „nur“ neugierig machen und hoffen, dass jeder Schüler seinen Weg zur Musik und Kultur allgemein findet, denn das kommt meiner Ansicht nach oft zu kurz in unserem Schulwesen.

Da bin ich aber lange und weit abgeschweift… wir sind ja immer noch bei der Frage: „Wie lösen wir das Zeitproblem?“ Die Antwort … auch ganz einfach. Neue Wege. Ich stoße bei Kollegen immer wieder auf Begeisterung, wenn ich erzähle, dass wir wieder mal in einer Schule waren und da entstand aus der Not eine Möglichkeit. Wir werden einfach zeitweise oder vielleicht auch dauerhaft zum Ensemble Leggieramente und spielen in verschiedenen Formationen mit Gästen. Und so tüfteln wir bereits an neuen Programmideen, davon aber erst später mehr in einem weiteren Blogartikel. Nur soviel sei verraten, der „Bach im Dorf“ nimmt Gestalt an und es wird ein Liederprogramm geben.

Wir wünschen Ihnen jetzt erst einmal einen guten Start ins neue Jahr und melden uns wieder, sobald wir aus der Fülle der Geschichten ein bzw. zwei zeigbare Programme gemacht haben oder wir mit einem unserer Dauerbrenner unterwegs waren. Bis dahin…

 

 

P.S.: Eins habe ich noch vergessen… psst… wir sind jetzt auch auf Instagram und natürlich wie gehabt auf Twitter zu finden.

6 Kommentare zu „Neues Jahr, neue Wege

Gib deinen ab

  1. Ein Zeitproblem lösen, indem aus dem Duo ein Ensemble gemacht wird! Ich finde, an dieser Vorgehensweise sollte sich die Wirtschaft mal ein Beispiel nehmen!
    Und ich kann hoffen, euch, nunmehr als Ensemble, tatsächlich mal live zu sehen. Ohne dafür in eine Schule zu gehen 😉

    In den Kindern die Freuden an der Musik wecken, ohne dass ein Notendruck dahinter steht. eine gro0artige Idee, die buchstäblich Schule machen sollte.

    Danke für dieses euer Engagement und viel Freund an und Erfolg auf euren Wegen.

    Matthias

    Gefällt 1 Person

    1. Danke. Und nun ja… das Wort Ensemble trifft es eigentlich nicht, werden wir ja nicht alle gemeinsam spielen, sondern eher in Grüppchen, aber wie klingt denn das: Grüppchen Leggieramente 😀
      Insofern wird es wohl eher schwierig mit dem „gemeinsam und live“ erleben. Aber man soll nie „nie“ sagen, wer weiß, wo es uns noch hinverschlägt. Lass uns mal tüfteln, momentan haben erst einmal die Kinder etwas von uns und später sicher auch wieder die Großen… 😉

      Liken

  2. …. viel Begeisterung weiterhin
    beeindruckend die Offenheit für den Weg oder die Wege die sich zeigen, dadurch auftun um neue Wege zu gehen. Viel Erfolg dabei!

    Gefällt 1 Person

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